Peter-und-Paul-Prozession

Eine besondere Bedeutung hat für unser Dorf und die Schützenbruderschaft die Prozession an Peter und Paul:

Der Dreißigjährige Krieg, der seit 1618 in Deutschland wütete, erreichte auch die hiesige Gegend.
1634 fiel das Lüneburgisch-Kratzensteinische Regiment in das Amt Balve und in Affeln ein, verwüstete die Affelner Kirche und raubte neben dem gesamten Pfarrarchiv alle Kostbarkeiten und wertvollen Schätze, die die Bewohner dort versteckt hatten.
Viel schlimmer als alle materiellen Verluste aber war, daß die Kratzensteiner die Pest in das Land schleppten.
„Der schwarze Tod“ wütete auch in Affeln und suchte sich seine Opfer.

Die Menschen saßen – wie die Chronik berichtet – „stumm und verzweifelnd in ihren schwülen Häusern“, ließen ihre Felder unbestellt und sagten in ihrer Verzweiflung:
„Die Ernte holt der Schwede, und holt uns nicht die Pest, dann holt uns der Hunger.“
In der Kirche wurden keine Gottesdienste mehr gehalten, da sich wegen der Ansteckungsgefahr niemand mehr hineintraute.
Der Pfarrer las also täglich die Messe unter freiem Himmel an der Kapelle im Loh (Lohwäldchen).

Noch lange zogen plündernde und mordende Räuberbanden durch das Land und erstickten jeden Ansatz zu einem Neuaufbau.
Das sauerländische Bergland schien ein besonders geeigneter und beliebter Schlupfwinkel für Landstreicher gewesen zu sein.

Wehrfähige Männer schlossen sich zu den bis heute bestehenden Schützenbruderschaften zusammen.
In Affeln führten sie, zum Gedenken an diese Schreckenszeit, eine Pestprozession an Peter und Paul (29.6.) durch.
Seitdem dieser Tag kein staatlicher Feiertag mehr ist, findet  am 29.6. das Ewige Gebet statt (Ewige Anbetung).
Die Prozession wird dann am darauffogenden Sonntag nachgeholt.

Wenngleich die Aufgaben der Schützenbruderschaften sich heute verändert haben, erinnern doch die Worte „Glaube – Sitte – Heimat“ auf ihren Fahnen an den Ursprung. Auch und ganz besonders in Affeln.